pans labyrinth
Film: Pans Labyrinth
Fassung: Senator (HD DVD)
Freigabe: FSK 16
Plot: 1944 ist der spanische Bürgerkrieg offiziell beendet. Inoffiziell muss das Militär jedoch noch einige Splittergruppen von Rebellen bekämpfen, die sich weiterhin zur Wehr setzten. Der skrupellose Hauptmann Vidal ist Befehlshaber einer Milizgruppe, die in den Bergen nach ihnen suchen und sie mit allen Mitteln bekämpft. Als seine totkranke Ehefrau kurz vor der Geburt seines Sohnes steht lässt er sie und seine Stieftochter Ofelia (Ivana Baquero) zu sich ins Lager bringen. Das junge Mädchen liest leidenschaftlich gerne Märchenbücher über Feen und ähnliche Wesen und findet kurz nach ihrer Ankunft im Wald ein altes, geheimnisvolles Labyrinth in dem sie Bekanntschaft mit einem Pan macht. Dieser offenbart ihr, dass sie kein Mensch, sondern die Prinzessin eines unterirdischen Reiches ist, die seit einiger Zeit auf der Erdoberfläche verschollen ist. Um sie wieder in ihr Königreich, in dem ihr Vater der König geduldig auf sie wartet, eintreten zu lassen legt der Pan Ofelia drei Prüfungen auf, die bis zum nächsten Vollmond absolviert werden müssen.
Review: Pans Labyrinth schafft eine Verbindung zwischen der Fantasie-Märchenwelt eines jungen Mädchens und dem grausamen Kampf gegen die Rebellen in den Bergen Spaniens nach dem nationalen Bürgerkrieg. Somit gibt es zwei Haupthandlungsstränge die parallel neben einander herlaufen. Bei dem einem steht der eiskalte, bösartige und schmierige Hauptmann Vidal im Mittelpunkt. Sein - fast schon persönlicher - Kampf gegen die Rebellen ausserhalb, aber auch innerhalb des Lagers und seine Gier nach dem Sohn den seine Frau für ihn austrägt. Die Figur wird zu keiner Zeit so dargestellt, dass sie dem Zuschauer irgendwie sympathisch werden könnte. Von Beginn an wirkt er überheblich und gefühlskalt. Selbst seinen Folterwerkzeugen scheint er mehr Liebe entgegen zu bringen als seiner sterbenden Frau und deren Tochter. Auch wenn die Geschichte um den innoffziellen Bürgerkrieg nicht schlecht inzeniert ist wirkt sie dennoch unausgereift und zu langatmig. Sie steht einfach viel zu sehr im Vordergrund und verdrängt die Geschichte um Ofelia buchstäblich.
Damit wären wir bei dem zweiten Handlungsstrang. Ofelias Märchenwelt in der sie die Prüfungen des Pan bestehen muss. Anfänglich entdeckt das furchtlose Mädchen vereinzelt kleine Feen und man wird langsam in eine mysteriöse, zweifelhafte Welt voller unheimlicher Wesen eingeführt. Die Prüfungen ansich scheinen relativ simpel. Rette einen Baum indem du die Kröte besiegst, begib dich in einen geheimen Raum und besorge von dort ein Messer. Es ist das fragwürdige Unbekannte, was eine beklemmende, aber auch faszinierende Spannung erzeugt. Und das alles in einer Umgebung die bis ins kleinste Details liebevoll und eingehend erschaffen wurde. Bis zum Schluss wird der man im Zweifel gelassen wird, ob es sich um eine echte zweite Realität oder nur die Fantasie - oder besser gesagt die Realitätsflucht - eines kleinen Mädchens handelt.
Es ist sehr schade, dass die schöne Fantasiewelt die um Ofelia geschaffen wurde so von der Kriegsgeschichte in den Schatten gestellt wird. Zu schnell sind die entsprechenden Szenen vorbei und geraten durch die Jagd nach den Rebellen fast in Vergessenheit. Man hat fast das Gefühl, es wurde zu viel Wert darauf gelegt, dass Vidal dem Zuschauer unsympathisch ist. Laufend wird eine neue schlechte Eigenschaft von ihm vorgeführt und man verbringt (zu) lange Teile des Films damit einem selbstherrlichen Kriegsmann bei der doch eher langweiligen Arbeit zuzusehen. Mit einer besseren Abwägung zwischen den Plots hätte man noch deutlich mehr mit dem Film erreichen können.
Das Bild der HD DVD ist erstklassig. Der detailreichtum und die zeitweilige Farbenpracht kommt bei der extremen Schärfe perfekt zu Geltung. Lediglich an einigen Stellen ist das Bild etwas zu dunkel geraten.
Wertung:
Film: 6/10
HD Bild: 9/10
Ton: 8/10
Ausstattung: 7/10
gesamt: 7,2/10